Archiv für Juni 2010

Vuvuzeland

Dienstag, 15. Juni 2010

Die Öffentlichkeit ist manchmal wie meine Frau: Völlig überrascht vom Eintritt des Vorhersehbaren. Meine Allerwerteste neigt beispielsweise gelegentlich dazu, nicht zu tanken. Wundert sich dann aber, wenn der Wagen stehen bleibt.

Genauso war der Welt das Prinzip Vuvuzela lange, spätestens seit dem Confederations-Cup hinlänglich bekannt. Dennoch schreien jetzt alle auf wie in der Antarktis völlig unerwartet von der Tarantel gestochen.

Feststellen muss man: Die Dinger nerven. Sie klingen wie ein Handytelefonat, bei dem jemand neben einer Funkbox oder auf einem Sendemast sitzt und es zu diesen charakteristischen nervtötenden 90er – Jahre – Brummgeräuschen kommt. Oder nach einer depressiven Büffelherde, die ihr Schicksal beklagt. Unangenehm und absolut abtörnend wie ein Grönemeyer – Song.

Die Beschwerden der argentinischen Nationalmannschaft, Fußball sei ein Kommunikationssport und man könne sich ja jetzt während des Spiels gar nicht mehr unterhalten, finde ich dagegen absurd. Die sollen nicht quatschen, die sollen laufen! Abgesehen davon, daß es Spieler gibt, die auf dem Platz auch nicht gerade zuträgliche Dinge von sich geben – denken wir nur an unseren Freund Materazzi. Zidane hätte seine Karriere triumphal beenden können, wenn das Stadion die rückwärtigen Äußerungen dieses minderbemittelten italienischen Abwehrrecken schlicht niedergeblasen hätte.

Insofern plädiere ich auch nicht wie die BILD , Blatter und Bierhoff für ein Vuvuzela-Verbot, sondern für eine gezielte Einsetzung derselben. Steffen Simon kommentiert? TRÖÖÖÖÖÖT! Maradona gibt eine Pressekonferenz? TRÖÖÖÖÖÖT! Sepp Blatter hält eine Rede? TRÖÖÖÖÖÖT! Ein italienischer Spieler läuft allein auf das gegnerische Tor zu? TRÖÖÖÖÖÖT!

Das  ist keine Zensur, das ist Mitbestimmung.

Nur Italien Nicht!

Dienstag, 15. Juni 2010