Ihr könnt nach Hause fahr´n – oder Ciao, Bella, Ciao!

Heute fühle ich mich wie eine Bäckereifachverkäuferin. Ich frage: „Wer bekommt als nächstes?“ Denn die Mannschaften gehen weg wie warme Semmeln. Wobei das nicht als homophobe Anspielung zu verstehen ist, liebe sensible Freunde aus Südeuropa.

Es ist einfach ein herrliches Domino-Spiel. Klipp Klapp, Frankreich, klipp, klapp, Italien, klipp, klapp, die Dänen… Gut: Die Nordkoreaner werden zwar als Mannschaft ausscheiden, aber die Spieler bleiben trotzdem. Allerdings wird Kim Yong-Il sicherlich wieder chinesische Schauspieler finden, die diesmal nicht den nordkoreanischen Fanblock darstellen, sondern den glücklich nach Hause fahrenden Kader. Aber an der Gangway steht niemand und ruft: „Ihr! Dürft! Nach! Hause fahr´n…“. Angeblich hat der Despot ja nach dem vierten Gegentor gegen Portugal einfach die Übertragung ausschalten lassen. Das hätte ich mir beim Halbfinale 2006 auch gewünscht… Oder noch besser: Man schaltet das Spiel aus und lässt die Übertragung weiterlaufen!

Gute Reise jedenfalls, Euch allen. Es war schön, so lange es dauerte. Und im Falle Italiens: Danke für den tollen Tag gestern. Das war beste Unterhaltung! Vor allem der Dreier im Tornetz hat mir gefallen. Das war großes Kino: Eine Mischung aus „König der Fischer“ und „Der Pate“: Zwei depressive Angler versuchen, der slowakischen Mannschaft einen abgeschnittenen Torwartkopf ins Netz zu legen. Toll!

Ja, und wer steht im Gegensatz zu den oben genannten Mannschaften wie eine Eins? Nein, nicht Manuel Neuer. Der rennt ja immer hektisch durch die Gegend wie eine Nummer elf. Holland steht wie eine Eins. Holland! Neun Punkte. Souverän. Und das ohne Robben. Und Argentinien – neun Punkte. Und das ohne Trainer. Das ist ja eher ein Maskottchen, dieser Mann, von dem man nie weiß, ist es die Hand Gottes oder doch eher das Nasenloch. Nur wegen der Haare natürlich…

Wir Deutschen haben das Achtelfinale unsererseits nicht ganz ruckelfrei erreicht. Und treffen auf unsere engsten Freunde. Das wird schön! Gerade, wenn es mal nicht so läuft, muss man ja zusammenrücken. Wir können die Vorzüge der britischen Küche genießen und im Gegenzug profitieren die Insulaner von unserem Erfahrungsvorsprung mit Liberalen in der Regierung. Eine sogenannte win – win – Situation.

Wirklich: Ich gehe fest davon aus, daß wir am Sonntag Spaß haben werden. Wir haben uns alle nichts vorgenommen – und zwar bis 18.30 h. So viel Zeit muss sein! Vor den Engländern habe ich keine Angst, ehrlich. Wieso sollte man sich vor einem Land fürchten, in dem es nach 23 Uhr keinen Alkohol mehr gibt?

Bei Argentinien sieht die Sache anders aus. Wäre dann ja im Viertelfinale unser Gegner. Sportlich sind wir da durchaus ebenbürtig – ich habe einfach nur Angst davor, daß es eben doch nicht reichen könnte und wir hinterher ertragen müssen, wie dieses bekokste Frettchen jubelnd durch unseren Fernseher hüpft.

Daher wäre ich auch recht erfreut, wenn Mexiko uns die Arbeit abnehmen könnte, wenn sie die Sache sozusagen erstmal unter sich zu regeln versuchen.

Wir können dann ja später dazukommen.

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